Schutz vor Baustaub: Aktuelle Gesetzeslage für Arbeitgeber

Schutz vor Baustaub

In puncto Sicherheit auf dem Bau wird der Bauherr in die Pflicht genommen. Das gilt unter anderem auch für den Schutz vor Feinstaub auf der Baustelle. Selbstverständlich ist staubfreies Arbeiten dort, wo umgebaut, eingerissen oder verputzt wird, nicht immer möglich. Wie die Arbeiter trotzdem geschützt werden sollen und was die aktuelle Gesetzeslage besagt? Staubschutz-Experte Matthias von dustbox.de macht ein komplexes Thema verständlich.

Diese Gesetze geben Auskunft

Auf Initiative des Gesetzgebers in Kooperation mit der IG Bau hin existieren verschiedene Arbeitsschutzmaßnahmen, die beispielsweise vorsehen, dass Staub nicht einfach zusammengekehrt, sondern angefeuchtet und abgesaugt werden muss. Neben diesen Initiativen, die von Vertretern aus Gewerbe und Politik unterzeichnet wurden, spielen auch verschiedene Gesetzestexte auf EU- bzw. nationaler Ebene eine entscheidende Rolle.

Anzuführen ist an dieser Stelle § 22 Abs. 1 des BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz). Das Bundes-Immissionsschutzgesetz wird häufig nur auf die Feinstaubbelastung durch Industrie und Straßenverkehr bezogen. Doch auch für Baustellen gibt es strenge Vorgaben, die Grenzwerte für sogenannte alveolengängige Stäube (A-Staub) reglementieren. Höchstens 1,25 mg A-Staub dürfen pro Kubikmeter Luft vorhanden sein.

Zudem legt auch die Gefahrenschutzverordnung fest, welche Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit partikelförmigen Gefahrenstoffen und entsprechender Staubexposition zu ergreifen sind. Stäube müssen soweit wie möglich vollständig erfasst und entsorgt werden, ohne dass sie sich auf unbelastete Arbeitsbereiche ausbreiten können. Auch eine persönliche Schutzausrüstung, insbesondere ein Atemschutz, muss gewährleistet sein.

Zuletzt muss auch die Luftqualitätsverordnung-Baumaschinen beachtet werden. Ihr Geltungsbereich sind Gebiete und Regionen, in denen Feinstaubgrenzwertüberschreitungen zu erwarten sind. In diesem Fall werden an die Baumaschinen selbst äußerst spezifische Anforderungen im Bezug auf die Arbeitsweise und Feinstaubbelastung gestellt.

Pflichten des Arbeitgebers im Überblick

Was muss also der Bauherr leisten, um Umwelt und Arbeitnehmer vor den gefährlichen kanzerogenen Stäuben zu schützen? Der Arbeitgeber wird in die Pflicht genommen, die Entstehung von Emissionen zu verhindern bzw. zu reduzieren. Dementsprechend werden Maßnahmen festgelegt und entsprechend umgesetzt.

Höchste Priorität hat stets der Schutz vor den gesundheitsschädigenden Auswirkungen der Stäube. Wie dieser im Detail gewährleistet werden kann, legt der Bauherr fest, indem er organisatorische Maßnahmen ergreift.

Diese Maßnahmen schützen

Sicherheit am Arbeitsplatz beginnt mit der Frage, wie staubarmes Bauen möglich ist. Innovative Technologien und moderne Baumaschinen sorgen dafür, dass weniger Feinstaub in die Luft freigesetzt wird bzw. rückstandslos abgesaugt werden kann. Auch staubbindende Mittel kommen hier zum Einsatz und ermöglichen so eine unkomplizierte Reinigung.

Am wichtigsten sind und bleiben jedoch persönliche Schutzmaßnahmen. Dazu gehören regelmäßige ärztliche Untersuchungen und die passende Schutzkleidung inklusive Atemmaske, um zu verhindern, dass die gefährlichen Stäube eingeatmet werden.